Ein Paradies für Bogenschützen
Tir à l‘arc, Domaine de Vauclause

 
 
 

Angeregt durch den Artikel in Heft 74 beschlossen wir, unseren diesjährigen Frankreichurlaub im Château de Roche sur Linotte zu beginnen. Es wurden zwei Parcours geschicldert: Die Beschreibung sowohl des Wohnens, des Essens und des Parcours entsprachen den Erwartungen, mit allen Schwierigkeitsgraden, anstrengende Auf- und Abstiege, (teils mit Seil) und geschickt und geschmackvoll aufgestellte 3D-Ziele.. Von der Besitzerin Frau Cathrine Fabris erfuhren wir, dass es in den Alpes de Haute Provence etwas besonderes gäbe, nämlich drei Parcours mit allen Schwierigkeitsgraden. Wir hatten uns am Lac de la Croix nach längerem Suchen auf dem Camping des Vallons, Bauduen etablieret. Nebenbei sehr empfehlenswert, da nur 30 Stellplätze, sehr ruhig und frei in der Natur. Von dort erkundeten wir die Hinfahrt zur Domaine de Vauclause, den angepriesenen Parcours in den Alpen der Provence, denn die Beschreibung war vage. Hier kurz aber präzise. Fahrt von Süden nach St. André les Alpes (von Norden über Allos), dann nach Allons. Nach einem kleinen Campingplatz über die Eisenbahn und nun auf die Beschilderung achten, bis links eine Abzweigung über einen Feldweg mit deutlicher Beschilderung kommt. Jetzt folgt man einem ausgefahrenem Feldweg über etwa einen Kilometer bis zum Eingang, dann weiter über Rumpelpiste etwa 1,5 km. Gegen Ende öffnet sich eine wunderschöne hochgelegene Wiesenlandschaft mit Blick in die tiefer gelegenen Felsenschluchten und auf einem alten z.T. verfallenem Hof. Ein freundlicher Empfang von Catharine mit ersten Informationen. Gegen eine Gebühr von 10 € kann jeder nach Anmeldung den Parcours, es gibt derer drei, benutzen. Auf einer weiten Wiese stehen vier Fita-Scheiben bis 20-30 m und eine bis über 50 Meter. Die Abschußlinie und damit die Entfernung kann man nach Absprache frei wählen. Eine Scheibenwurfmaschine, die ich mich nicht zu benutzen traute, vervollständigte das Übungsfeld. Der Aufenthaltsraum ist geschmackvoll und gemütlich eingerichtet. Das nötigste für ein Picknick ist vorhanden und kann an kariert gedeckten Tischen auch im Freien eingenommen werden. Der 1. Parcout gilt nach Aussagen von Cathrine als ideale Aufwärmung, denn die Pflöcke sind nicht weiter als max 30 m gesteckt, aber auch hier man kann sich eine Entfernungen selbst aussuchen, Platz genug ist da. Alle Ziele, 3D-Tiere, sind nummeriert, 1-20. So ist ein großen röhrender Hirsch auf 15 m gepflockt kann aber bis 40 m geschossen werden; was ich auch tat. Der „leichte“ Parcours war für meine alten Knochen mit seinen Ab- und Aufstiegen nicht leicht, aber mit meinem bewerten Sitzstock ein lösbares Problem. Steile bergab Schüsse auf kleine Ziele, im Gras verstecke Frischlinge, zierliche Marder, durch Buxbaumhecken, Ginster und blühende Kiefern getarnte Luchse, kleine Hasen und ähnliches vor einem Wachholderbusch zwangen zu höchster Konzentration oder Pfeilsuche im Wacholder. Den Abschluss bildete ein im Baum sitzender Adler, den man unbedingt treffen sollte, da die Pfeilsuche in dem abwärts gelegenen Trockenwassenlauf mühsam war. Der einzige Negativpunkt war, dass die meisten Ziele sehr hart waren, die Pfeile schwer zu ziehen und zweimal eine Spitze verlustig ging. Der 2. Parcours ist schon schwieriger, auch physisch, denn Kletterpartien, manchmal mit Leitern unterstützt, zwangen uns zeitlich und körperlich früher abzubrechen. Aber er schien sehr gut aufgestellt und bot manche Schießdelikatessen an. Auch war die Bepflockung nach Norm aufgestellt, zusätzlich mit grünen Abschüssen für Jäger. In Frankreich ist es mit Lizenz zu bestimmten Jagdzeiten erlaubt. Hasen, Karnickel, Fasane usw. mit Pfeilen zu schießen. Auf diesem und dem 3. Parcours sind auch Kompountbögen erlaubt.,. Letzterer soll hauptsächlich für Jäger aufgerichtet sein. Die Schussentfernung ist nicht so weit, aber immer aus Deckungen mit oft sehr kleinen Schußfenstern. Nun stelle man sich die heiße Sonne der Provence vor, den trockenen Geruch von Gras und der Provencepflanzen wie Thymian, Rosmarin und Lavendel vor, alte starke Buchsbaumbüsche, Wachholder, Ginster und Kiefern in einer im Bergland gelegenen Alp vor, und man wird verstehen, warum ich von einem Paradies für Bodenschützen spreche. Catharine und ihr Mann Daniel haben auch einen Kinderübungsplatz eingericht, einen für Anfänger (man gibt auch Kurse) und natürlich Fortgeschrittene. So fern es die Gesundheit erlaubt, denn nächstes Jahr habe ich die 80 erreicht, möchte ich schon gerne den 2..und 3. Parcours zu Ende schießen. Allein das Ambiente, der Flair der Domaine de Vauclause und die Führung des Parcours entlang des Abhanges mit ständiger, weiter Aussicht auf das tief eingeschnittene Tal der Ivoire ist eine Reise wert.



L‘Arc en Verdon
Domaine de Vauclause, 04170 Allons
larcenverdon@gmail.com
0033(0)679116660
www.l-arc-en-verdon.fr
Catharine Planterose



Einschießplatz. Rechts nicht sichtbar die Scheibenwurfmaschine.

ein alter Bauerhof (Mas) liebevoll und geschmackvoll als Aufenthaltsraum ausgebaut mit schattigen Plätzern im Freien



Mit immer weitem Blick aus 1000 Metern Höhe am Rand des Felsens


Steiler Bergab-Schuß auf ein Reh


Steinbock etwa 30 m durch dichtes Buchsbaum-Wachholder-Gestrüpp in unberührter Natur



Letztes Ziel ein im Baum sitzender Adler, etwa 25 m